Radio, Science, Education

Wien

  • Eine Stadtbushaltestelle mit Plakatwerbung, unter anderem für die Haus Bau Messe Wien. Drei Personen warten: eine in Rot, eine in Schwarz und eine mit einem großen Rucksack. Im Hintergrund stehen eine Bank und ein beiges Gebäude.
    Eine Stadtbushaltestelle mit drei wartenden Personen, eine weitere Person geht vorbei. Plakate werben für “Phantom der Oper“ und „Maria Theresia“ und “Haus Bau Messe”. Die Haltestelle befindet sich vor einem beigen Gebäude mit vergitterten Fenstern, rechts davon steht eine Bank. Foto: LB
  • Der vordere Zugteil fährt nach Eisenstadt. Wer am Bahnsteig steht und in Richtung Eisenstadt schaut, wird den vorderen Zugteil leicht erkennen. Wenn der Zug aber dann nach hinten losfährt, weil über Meidling und Ebreichsdorf eine schöne Schleife gedreht wird, ist vorne hinten. Und man kommt nach Sopron. Auch recht.

  • Im “Open Space” zu Gast: Sabine Seidel, die neue Professorin für Biologische Landwirtschaft an der Boku Wien.

    Bereits als Teenager entschied sich die gebürtige Deutsche bewusst für den Kauf von Bio-Lebensmitteln und interessierte sich für gesunde Ernährung, Biodiversität und Tierwohl. In ihrer Antrittsvorlesung stellte Sabine Seidel das Konzept der planetaren Belastbarkeitsgrenzen der Erde vor und demonstrierte, wie eng dieses mit der Landwirtschaftlichen Produktion verknüpft ist. Auch im Gespräch mit den “Dimensionen” erklärt sie, welchen Beitrag die Biologische Landwirtschaft leisten kann, um ein nachhaltiges Agrar- und Ernährungssystem zu entwickeln und zu gestalten. Und Sabine Seidel verrät, warum die Beschäftigung mit diesen Themen glücklich macht.

    Moderation: Lothar Bodingbauer

    Link zur Sendung

  • In dieser Episode der Physikalischen Soiree 260 besuchen wir das Institut für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck. Im Gespräch mit Professor Tung Pham, Dr. Noemí Aguiló-Aguayo und Professor Thomas Bechtold beleuchten wir die Zusammenhänge zwischen Chemie und Textil sowie die aktuellen Anwendungen technischer Textilien in der Energiegewinnung und Energiespeicherung. Wir diskutieren die Strukturen von Textilien und ihre Auswirkungen auf die Elektrochemie, die Herausforderungen der Textilproduktion und Recyclingprozesse sowie die ethischen Aspekte und Nachhaltigkeit in der Branche. Zudem lernen wir aktuelle Forschungsprojekte der Doktoranden kennen, die innovative Ansätze zur Wiederverwertung von Textilien verfolgen und dabei den ökologischen Fußabdruck der Textilindustrie reduzieren wollen.

    Link: https://www.uibk.ac.at/en/textilchemie/

  • Die Universität Innsbruck betreibt in Dornbirn das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik. Zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen an Fasern und Geweben, an Grenzflächen, an Materialien aus nachhaltigen Quellen. Die Anwendungen gehen über die Bekleidungsbranche hinaus, sie betreffen wiederaufladbaren Batterien, Verbundmaterialien und sogar Lebensmittel. Das Institut befindet sich nicht zufällig in Vorarlberg. Das Bundesland hat eine lange Textiltradition, in der das Wissen und die Erfahrung von Menschen aus der ganzen Welt verwoben sind. – Ein Institutsbesuch.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Link zur SendungLink zur Podcastepisode 260 (Physikalische Soiree)

  • In der Physikalischen Soiree 261, die am 5. Januar 2026 in Wien an der Universitätssternwarte stattfand, begrüßt Lothar Bodingbauer den emeritierten Professor Gerhard Hensler, der im Bereich der theoretischen Astrophysik tätig ist. Im Fokus der Diskussion steht das Thema der Grenzen des Universums und die Problematik von Lebensräumen im Kosmos. Bodingbauer schildert seine Gedanken, die er für ein Radio-Feature ausgearbeitet hat, in dem es darum geht, die geografischen und physikalischen Grenzen des Sonnensystems und über dessen Ende hinaus zu untersuchen.

    Die Unterhaltung beginnt mit der Feststellung, dass das Konzept von Grenzen im Universum oft fälschlicherweise geografisch interpretiert wird. Bodingbauer erläutert, dass es nicht um feste Grenzen geht, sondern viel mehr um Zustände, in denen physikalische Größen wie die Anzahl der Teilchen pro Kubikzentimeter im Gleichgewicht stehen. Hensler bestätigt diese Sicht und ergänzt, dass der Fokus der Astrophysik auf dem Verständnis von Schwellenwerten liegt, die durch neue Technologien wie leistungsfähige Teleskope erreicht werden können, um zum Beispiel die Natur der Sternentstehung oder die Struktur des Universums genauer zu erfassen.

    Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die Lichtgeschwindigkeit, die als eine fundamentale Grenze des beobachtbaren Universums betrachtet wird. Hensler spricht außerdem über den Schwarzschildradius und die Entropie als weitere wichtige Konzepte in der Astrophysik. Die beiden Gesprächspartner reflektieren, dass Erkenntnisse in der Astrophysik oft mit neuen technologischen Entwicklungen einhergehen, wie zum Beispiel dem James-Webb-Weltraumteleskop, das es ermöglicht, tiefer in das frühe Universum und die Entstehung von Galaxien zu blicken.

    Ein Punkt der Diskussion dreht sich um die Grundlagen der elektromagnetischen Strahlung und deren Schwellenwerte. Hensler hebt hervor, dass die Detektion in verschiedenen Spektralbereichen, wie im Röntgen- und Radiobereich, entscheidend für das Verständnis des Universums ist. Er erklärt die Herausforderungen bei der Beobachtung hochenergetischer Phänomene wie Supernovae und betont, wie wichtig es ist, verschiedene Messmethoden zu kombinieren, um vollständige Informationen zu erlangen.

    Die Konversation wechselt dann zu den Themen der Gravitationswellen und deren Bedeutung für die Astrophysik. Hensler erläutert, dass diese Wellen, die durch massive Objekte im Universum erzeugt werden, eine neue Dimension der Beobachtungsmöglichkeiten eröffnen. Auch hier wird die Notwendigkeit von verbesserten Detektoren und deren Anordnung in Arrays angesprochen, um präzisere Messungen zu erzielen.

    Während des Dialogs wird auch der Zusammenhang zwischen Materie und Antimaterie behandelt, wobei Hensler die Fragen nach der Vielfalt der Elementarteilchen im Universum und der Natur der dunklen Energie unterstreicht. Er thematisiert die Hubble-Tension, also die unterschiedlichen Werte bei der Messung der Expansionsgeschwindigkeit des Universums aus verschiedenen Beobachtungsansätzen und fragt sich, welche neuen Elemente berücksichtigt werden müssen, um eine konsistente Erklärung zu finden.

    Die Unterhaltung schließt mit einem Ausblick auf die Herausforderungen und Chancen innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft, insbesondere angesichts der rasanten Fortschritte in den Naturwissenschaften. Hensler gibt seiner Überzeugung Ausdruck, dass das Verständnis der grundlegenden Naturgesetze und der Entwicklungen in der Physik sowie im Bereich der Biotechnologie eine aufregende, jedoch auch komplexe Zukunft verspricht. Bodingbauer bedankt sich für das Gespräch und schließt mit den Worten, dass diese faszinierenden Themen in Zukunft weitergeführt werden sollten.

    Link: https://ufind.univie.ac.at/de/person.html?id=85269 – Gerhard Hensler, Universität Wien

  • Link: https://oe1.orf.at/programm/20260112#819338/Grenzen-in-der-Unendlichkeit

    Die Astronomin Ruth Grützbauch spricht über die Lichtgeschwindigkeit im Weltall, die wie ein Faden zwischen Raum und Zeit wirkt, das Ende des Beobachtbaren im Weltall, den Anfang des Universums, die Besonderheiten der Naturkonstanten, die Zeit, und was passiert, wenn ein Stern endet.

    Eine Schwelle im Universum stellt ein Gleichgewicht dar. Wenn zum Beispiel der Einfluss der Sonne mit dem Einfluss des interstellaren Raums im Gleichgewicht steht – also dort, wo sich die Teilchendichten angleichen – dann spricht man von einer Übergangszone. Dort befindet sich die Grenze unseres Sonnensystems. Genau genommen handelt es sich aber eher um eine Schwelle: Denn es geht weiter, bis man irgendwann, in etwa 4,2 bis 4,5 Lichtjahren Entfernung, beim nächsten Stern ankommt – bei Proxima Centauri.

    Eine klare Grenze hingegen ist die Lichtgeschwindigkeit. Nichts kann sich schneller als das Licht im Vakuum ausbreiten – weder Materie noch Information. Diese Grenze ist unabhängig vom Beobachter und stellt eine fundamentale Schranke in unserem Universum dar.

    Warum das so ist, möchte die Astronomie nur ungern beantworten, auch wenn die Frage nach dem “Warum” häufig gestellt wird. Beobachtungen werden in Modelle übersetzt, die beschreiben, wie sich Naturphänomene verhalten. Diese Modelle können das “Warum” manchmal andeuten, liefern aber vor allem überprüfbare Aussagen über das “Wie”.

    Wer beim Blick ins Große dann ins Kleine schaut, kommt am Ende eines Sternes nicht vorbei. Am Ende der Lebenszeit eines Sterns halten sich Strahlungsdruck und Gravitationskraft nicht mehr die Waage: Der nukleare Brennstoff ist aufgebraucht, und die Gravitation gewinnt die Oberhand. Der Stern kollabiert. Je nach Masse endet dieser Prozess als Weißer Zwerg oder – bei besonders großer Masse – als Schwarzes Loch. Der sogenannte Schwarzschildradius bezeichnet dann jene Grenze um ein Schwarzes Loch, ab der nichts mehr entkommen kann, nicht einmal Licht. Jenseits dieses Punktes verlieren unsere bekannten physikalischen Beschreibungen ihre Gültigkeit – zumindest nach heutigem Kenntnisstand.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Service

    Gesprächspartnerin:
    Dr.in Ruth Grützbauch
    Astronomin und Wissenschaftsvermittlerin
    Initiatorin und Leiterin des Projekts “Public Space/Pop-Up-Planetarium”

    Das mobile Planetarium

  • Zu Gast: Raimund Kast – Kulturmanagement Kulturbüro

    In der Episode 049 des Podcasts „Horch“ diskutieren Elisabeth, Lothar und Raimund Kast über das Überwinden von Genregrenzen in der Musik. Raimund, dessen Verein kürzlich den Applaus Award 2025 erhielt, berichtet über die Geschichte und Ziele seiner Organisation, die zeitgenössische Musik und Jazz nach Ulm bringen möchte. Die Diskussion beleuchtet die Fusion unterschiedlicher Musikstile und die Verwendung experimenteller Instrumentaltechniken. Ein zentrales Thema ist die Herausforderung, jüngere Menschen für zeitgenössische Musik zu gewinnen. Die Teilnehmer betonen die Wichtigkeit von Kontext und Erzählungen über Künstler, um das Publikum emotional zu erreichen. Auch die GEMA-Reform wird angesprochen, wobei die bestehende Trennung zwischen U- und E-Musik als hindernisreich erachtet wird. Abschließend wird die gesellschaftliche Relevanz von Kunst und Musik hervorgehoben sowie der Wunsch, weiterhin neue Wege für den kulturellen Austausch zu beschreiten.

    • Ernste Musik und oder Unterhaltungsmusik?
    • Unterhaltende Ernste Musik?
    • Ernsthafte Unterhaltungsmusik?

    https://taz.de/Darum-will-die-Gema-die-Unterscheidung-zwischen-E–und-U-Musik-abschaffen/!6081451/

    https://www.musikrat.de/media/magazin/jenseits-von-u-und-e-die-vielfalt-aller-genres-sollte-gefoerdert-werden

    https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_u/Unterhaltungsmusik.xml


    Episodenbild: Foto von Harman Singh auf Unsplash

  • Der Teilchenphysiker Emmerich Kneringer spricht über die Bedeutung der Höhenstrahlung für die Wissenschaft. – Am Innsbrucker Hafelekar befindet sich auf rund 2.300 m Seehöhe ein historisches Observatorium für die sogenannte Höhenstrahlung: die Victor-Franz-Hess-Messstation. Die Höhe ist bedeutsam, weil man ursprünglich glaubte, dass der Ursprung der gemessenen Strahlung am Boden liege – also in radioaktiven Elementen im Erdreich – die mit steigender Höhe abnehmen müsste. Das Gegenteil war der Fall. Der österreichische Physiker Victor Franz Hess erforschte die Strahlung mit einem Ballon und erkannte, dass die Herkunft der Strahlung außerhalb der Erde liegt. In Innsbruck wurde ein Observatorium errichtet, um diese Strahlung zu messen. Für die Entdeckung der sogenannten Höhenstrahlung erhielt Hess im Jahr 1936 gemeinsam mit Carl David Anderson – dem Entdecker des Positrons – den Nobelpreis für Physik für jene Arbeiten, die 1912 in Wien zur Entdeckung der kosmischen Strahlung geführt hatten. Victor Franz Hess musste danach in die USA emigrieren, weil er den Nationalsozialismus nicht unterstützte. Heute ist das Victor-Franz-Hess-Observatorium ein Museum, das auch von Touristinnen und Touristen besucht werden kann.

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  • Zu Gast im OPEN SPACE am Donnerstag: der Biochemiker Michael Zumstein. – Sie stecken in Wasch- und Reinigungsmitteln, in Duschgels und Haarshampoos oder in Farben und Lacken: wasserlösliche Polymere. Weltweit werden davon 1 Million Tonnen pro Jahr produziert. Nach der Anwendung dieser Produkte gelangen die enthaltenen wasserlöslichen Polymere ins Abwasser, was deren Wiederverwertung verhindert. Umso wichtiger ist die Erforschung der chemischen und mikrobilogischen Prozesse. Genau das findet am neu gegründeten “Christian Doppler Labor für Biologischen Abbau von Wasserlöslichen Polymeren am Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaften” der Universität Wien statt. Dessen Leiter, der Biochemiker Michael Zumstein, spricht über seine Forschungsarbeit.

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer